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Bewohner Workshop 01 – Wie weit reicht Nachbarschaft?

By Stephanie Neumann, Jonas Breme, and Peter Conradie

Meine Nachbarschaft & Ich

Wie weit reicht Nachbarschaft? Innerhalb eines Workshops mit vier Bewohnern (männlich und weiblich im Alter zwischen 25 und 82) des Hauses haben wir die sozialen und örtlichen Grenzen im individuellen Nachbarschaftskontext untersucht.

Aufgabe 1: Netzwerke und Reichweite

Wie sind die sozialen Kontakte verteilt? Wie weit reicht Nachbarschaft?
In einer abstrakten Darstellung des Hauses haben uns die Bewohner gezeigt, auf welchen Etagen sich eigene Freunde oder Bekannte befinden. Im zweiten Schritt haben wir die Teilnehmer gebeten, wichtige Punkte in der Nachbarschaft zu skizzieren und aufzuzeigen, wo die Grenze der “gefühlten” Nachbarschaft verläuft.

Auswertung: Wie erwartet war die Anzahl der Bekanntschaften im Haus von der Wohndauer abhängig. Die langjährigen Bewohner unter den Workshopteilnehmern haben ein festes soziales Netzwerk im Haus, welches sich am stärksten auf der eigenen Etage ausprägt. Bei einem Großteil der Testpersonen ist die örtliche Grenze überraschend weit gefasst und steht bei den Teilnehmern in einem direkten Bezug zu Personen oder Orten die häufig aufgesucht werden. Diese liegen teilweise in Laufnähe zum Haus oder in angrenzenden Stadtbezirken, oder sind sogar ausschliesslich mit dem Auto zu erreichen. Lediglich eine Testperson beschreibt unter dem Begriff Nachbarschaft ausschliesslich das eigene Wohnhaus.

Aufgabe 2: Bedürfnisse und Potentiale

Was sind die derzeitigen Bedürfnisse der Bewohner? Auf welche Bedürfnisse von Nachbarn würden sie eingehen?
Mit Hilfe von Propositional Cards (z.B. Schlüssel abgeben, einen Hammer ausleihen, die Blumen gießen, gemeinsamer IKEA Einkauf) haben uns die Teilnehmer aufgezeigt, inwieweit sie bereit sind, ihren Nachbarn zu helfen oder selbst Hilfe anzunehmen.

Auswertung: Bei allen Teilnehmern gab es die Tendenz, mehr Hilfeleistung anzubieten als in Anspruch nehmen zu wollen. Häufig wurde die Inanspruchnahme von Hilfe als unangenehm empfunden. Auch hat sich gezeigt, dass die Nachbarn zu wenig voneinander wissen um mögliche Bedürfnisse erkennen zu können.

Aufgabe 3: Informationen

Was möchten Nachbarn übereinander wissen? Was sind sie bereit über sich selbst preis zu geben?
In dieser Aufgabe ging es darum zu erkunden, welche Informationen für wen sichtbar sein sollen. Hierbei haben wir zwischen Bekannten, Hausbewohnern sowie Besuchern des Hauses unterschieden. Mittels eines imaginären Infobretts konnten Informationsplatzhalter wie z.B. der eigene Name, Herkunft, Religion in den entsprechenden Kategorien platziert oder ausgelassen werden.

Auswertung: Es hat sich gezeigt, dass die Teilnehmer grundsätzlich bereit sind, mehr Informationen über sich preis zu geben als sie über ihre Nachbarn erfahren wollen. Zudem bevorzugen die beiden älteren Teilnehmer den persönlichen Kontakt, wenn es darum geht, Informationen über Nachbarn einzuholen.

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